Erben und Vererben

In Deutschland ist im fünften Buch des BGB das Erbrecht geregelt. Wenn Sie diese Thematik interessiert, empfehlen wir Ihnen generell das persönliche und individuelle Gespräch mit einem Notar. Herr Dr. Matthias Neuhausen, Notar in Mönchengladbach, hat sich freundlicherweise bereiterklärt, an dieser Stelle häufig gestellte Fragen zu beantworten.  Herrn Dr. Neuhausen bzw. einen Kollegen von ihm finden Sie einfach über die Seite der Rheinischen Notarkammer  In das PLZ-Suchfeld bitte die Zahl 41 eingeben, dann werden Ihnen alle Notare in dieser Region aufgelistet.
 
 

Was beinhaltet die so genannte gesetzliche Erbfolge?

Für die Fälle, in denen kein Testament vorhanden ist, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Begünstigter ist zunächst der überlebende Ehepartner, dem regelmäßig die Hälfte des Vermögens zufällt, wenn keine andere ehevertragliche Regelung getroffen wurde. Die andere Vermögenshälfte steht den Kindern und, falls diese bereits verstorben sind, den Enkeln bzw. Urenkeln zu ("Erben erster Ordnung").

Wenn es keine Erben erster Ordnung gibt, erhält der überlebende Ehegatte mehr. Neben den Erben zweiter Ordnung (Eltern des Erblassers, seine Geschwister bzw. deren Kinder) oder Großeltern des verstorbenen Ehegatten ist der Erbteil um ein Viertel erhöht. Sind keine Erben zweiter Ordnung und keine Großeltern vorhanden, erbt der Ehegatte allein.

Gibt es einen Unterschied zwischen einer „Verfügung von Todes wegen“ und einem Testament?

Die „Verfügung von Todes wegen“ regelt den Umgang mit dem Vermögen einer Person nach deren Tod. Das deutsche Recht sieht hierfür zwei mögliche Formen vor:

  1. das Testament (auch letztwillige Verfügung genannt)
  2. den Erbvertrag

Oft hat der Erblasser andere Vorstellungen als das Gesetz. Mit einer Verfügung von Todes wegen kann jeder die Übertragung seines Vermögens maßgeschneidert regeln. Allerdings hat er hierbei die gesetzlichen Bestimmungen zu beachten, so sollten z.B. pflichtteilsberechtigte Angehörige nicht einfach übergangen werden.

Was ist bei der Erstellung des „eigenhändigen Testaments“ zu beachten?

Der Erblasser muss die Erklärung von der ersten bis zur letzen Zeile selbst von Hand schreiben und unterzeichnen, möglichst mit Vor- und Zunamen. Bei einem gemeinschaftlichen Testament, für Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner möglich, reicht es aus, wenn einer den Text eigenhändig schreibt und beide mit Vor- und Zuname unterschreiben. Es soll immer deutlich werden, dass es sich um ein Testament handelt, darum sollte die Überschrift auch „Testament“ lauten. Ort und Datum werden angegeben, damit kein Zweifel an der Wirksamkeit besteht. Legen Sie möglichst konkret fest, wer was bekommen soll. Geben Sie das Testament einer vertrauenswürdigen Personen, oder - das ist noch sicherer - hinterlegen Sie es beim Amtsgericht.

Was sind die Besonderheiten des Erbvertrages?

Mehrere Personen können in einem Vertrag vereinbaren, wer Erbe oder Vermächtnisnehmer werden soll. Weil der Erbvertrag auch mit Fremden geschlossen werden kann, kann er zum Beispiel eine Altenpflege absichern. Wegen der besonderen Bindung ist die Beurkundung durch einen Notar gesetzlich vorgeschrieben. Bei einem Erbvertrag steht gelegentlich eine Gegenleistung des künftigen Erben zu Lebzeiten des Erblassers im Raum, zum Beispiel Mitarbeit im Betrieb.

Kann man auf den Todesfall einen Teil seines Vermögens einer gemeinnützigen Organisation schenken?

Wer sein Geld für den Fall seines Todes verschenken will, muss dieses zu Lebzeiten vertraglich regeln. In dem Vertrag wird festgelegt, dass eine dritte Person – z.B. eine gemeinnützige Einrichtung – einen festen Betrag nach dem Todesfall erhält. Dieses „verschenkte“ Geld fällt nicht in den Nachlass und steht damit nicht den Erben zu.

Ich möchte schon zu Lebzeiten ein Teil meines Vermögens verschenken. Geht das und hat das Vorteile?

Sie können Teile des Vermögens bereits zu Lebzeiten verschenken. Das kann steuerlich von Vorteil sein, wobei Ihr Steuerberater Ihnen die Einzelheiten erklären kann. Zwar sind Schenkungen ebenso steuerpflichtig wie Erbschaften, aber der Freibetrag gilt nicht nur einmal, sondern kann nach derzeitigem Recht alle 10 Jahre erneut ausgeschöpft werden.

 

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