Gehör finden

Die Herausforderung der Wohlfahrtsorganisationen besteht darin, überhaupt öffentliches Gehör für Ihre Belange zu finden.

Jemand, der keinen behinderten Menschen in seinem Familien- oder Bekanntenkreis hat, macht sich im Zweifel gar keine Gedanken darüber, wie behinderte Menschen heute versorgt werden, durch wen und wer dies finanziert. Jemand der keine finanzielle Not leidet, kann sich gar nicht vorstellen, an welchem Existenzminimum manche Mitmenschen leben. Wir sind alle gewohnt, bei diesen Themen nach dem Staat und der Politik zu rufen. Schließlich vereinnahmt dieser unsere Steuern und muss diese in die entsprechende Richtung lenken. Das ist auch richtig so und die Wohlfahrtsorganisationen stehen in einem permanenten Dialog mit den politischen Vertretern, um die Interessen wahrzunehmen.

Die Mediengesellschaft

Und dennoch müssen wir realisieren, dass die vorhandenen Mittel nicht ausreichend sind und Hilfsbedürftigkeit dadurch in einen Wettstreit untereinander tritt. Das mutet kurios an, ist aber die Wahrheit. Wir leben in einer Mediengesellschaft. Das Wesen dieser Mediengesellschaft ist es, dass die Medien durch Ihre redaktionelle Berichterstattung eine Auswahl von Themen trifft, die als berichtenswert eingestuft wird. Politiker, Unternehmen oder Interessensvertreter von Vereinen oder Organisationen versuchen darauf Einfluss zu nehmen, um bestimmte Themen zu Medienthemen zu machen, also in der Berichterstattung zu erscheinen. Spricht jemand dann von „Heuschrecken“ oder der „Unterschicht“ dann werden zum Teil seit Jahren bekannte Sachverhalte zu tagesaktuellen Themen hochstilisiert.

Was man nicht kennt, findet nicht statt.

Organisationen und damit verbundene Themen, die nicht über diese medienwirksame Resonanzkraft verfügen, verfügen auch nicht über ein Sprachrohr. Sie werden nicht wahrgenommen. Gespendet wird, wenn die Katastrophe hautnah im Fernsehen, auf möglichst dramatische Weise zu sehen ist. Menschliches Elend, welches medial nicht präsent ist, findet „nicht statt“. Davon ist leider auch die Hilfsbedürftigkeit von Menschen in Ihrem unmittelbaren Lebensumfeld betroffen. Es gibt sie, aber da sie kein Sprachrohr besitzen, „finden Sie dennoch nicht statt“. Die Caritas-Stiftung Mönchengladbach bietet diesen Menschen und den mit ihnen verbundenen Themen das lokal-regionale Sprachrohr.

 

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